13. März 2023
Stages SC3
Überblick
Die Stages SC1, SC2 und SC3 kamen vor rund fünf Jahren auf den Markt. Das SC3 besticht durch Leistungsmessung und Bluetooth-Anbindung dank des weltbekannten Stages-Dehnungsmessstreifens, der die Kraft an der Tretkurbel misst und in die am Pedal abgegebene Leistung umrechnet. Die SC1 und SC2 behandeln wir in weiteren Tests; heute konzentrieren wir uns auf das Topmodell, das SC3. Schon auf den ersten Blick wirkt es ernst gemeint: Mit dem Rennlenker und der aggressiven Sitzposition ist klar, dass dieses Bike für Performance konstruiert wurde. Stages ist naturgemäß untrennbar mit den Leistungsmessern an den Bikes zahlreicher Profiradler verbunden – und genau derselbe Dehnungsmessstreifen treibt auch das SC3 an. In einer Welt, in der Abstammung alles ist, hat Stages eindeutig die Nase vorn.
Stärken
Ausgestattet mit der ecoSCRN-Konsole, die sämtliche Daten und Durchschnittswerte anzeigt, lässt sich über eine „Stage“-Taste zusätzlich die Leistung einzelner Abschnitte einer Fahrt berechnen, wodurch Intervalle noch anspruchsvoller werden.
Während der Einheit hält die von Ihnen erzeugte Leistung das Display der Konsole am Laufen. Der Generator sitzt in der Nabe des Schwungrads, und die Kabel sind sauber im Lenkervorbau verlegt. Das Stages Sprint-Shift-Widerstandssystem erlaubt sofortige Widerstandsänderungen auf Makro-Ebene – Sie müssen also nicht ständig am Drehknopf drehen. Ein dreistufiger Hebel mit individuellen Belastungseinstellungen gibt dem Fahrer eine eigenständige und unmittelbare Kontrolle.
Fahrer, die auf Intervalltraining und HIIT stehen, können den Widerstand erhöhen oder reduzieren, ohne auf die individuellen Mikroanpassungen verzichten zu müssen.
Die Einstellung des Bikes erfolgt über das Fit-Loc-Hebelsystem an Sattel und Lenker, sodass sich beides vollständig an Ihre täglichen Bedürfnisse anpassen lässt.
Ich muss sagen: Technik wohnt im Stages SC3 – schon allein deshalb, weil für den Betrieb der Konsole keine externe Energiequelle nötig ist.
Der Stages-Dehnungsmessstreifen ist allerdings der eigentliche Star. Dank Bluetooth- und ANT+-Kompatibilität können sämtliche Daten an zahlreiche weltweit führende Trainingsplattformen übertragen werden, und die legendäre Kalibrierung liefert sehr exakte Werte.
Schwächen
Wie bei den meisten Spitzenmodellen sind die Nachteile des SC3 überschaubar, ein, zwei Punkte drängen sich dennoch auf. Zunächst der Preis: Mit einem Listenpreis von 2.600 $ ist es alles andere als günstig. Alternativ gibt es SC1 und SC2 – günstiger, aber eben nicht ganz so gut.
Die Sitzposition auf dem Stages-Bike ist außerdem eher sportlich-fortgeschritten, was für weniger geübte Fahrer eine Herausforderung sein kann.
Und schließlich wird der Antrieb über einen Carbon-Blue-Zahnriemen realisiert, der etwas Geräusch und leichte Vibrationen über Pedale und Sattel überträgt. Manche stört das nicht, andere empfinden den Komfort dadurch als etwas eingeschränkt.
Fazit
Wer sich das Stages SC3 leisten kann, bekommt eines der weltbesten Indoor-Bikes, konzipiert für genau das, was ein modernes Indoor-Cycling-Trainingsbike leisten sollte.
Für Rennradfahrer oder Wochenendkrieger ist dieses Bike eine hervorragende Alternative zur Kombination aus Rollentrainer und Straßenrad.
Wem es dagegen vor allem um Rhythmus, Beat und Peloton-artige Tanzschritte geht, für den wird sich der Mehrpreis womöglich nicht wirklich auszahlen.
8/10